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25 von 60 möglichen Darmparasiten leben vorübergehend oder ständig im menschlichen Darm.
Gilt diese Tatsache für Westeuropäer wirklich nicht? Bereits in der Antike war die Parasitose bis auf das genaueste bekannt. Der Gefahr einer Darmparasitose hat sich noch nie eine Generation so derart ausgesetzt wie die heutige.

Zu nennen wären folgende Gefahren:

  • Insbesondere in tropischen Gebieten der extreme Tourismus.
  • Eine im geradezu historischen Ausmaß bestehende Kleintierhaltung und Haustierhaltung.
  • Die gesundheitsbewusste Ernährung mit naturbelassenen Salaten und Gemüse sowie moderne Essgewohnheiten mit rohen Fischgerichten und Fleischgerichten (Tartar, Carpaccio, Sashimi und Medium Steaks).
  • Medikation mit Immunsuppressiva und Antibiotika sowie umweltbedingte Belastungen.
  • Massentierhaltung: Fast der Zahl der lebenden Menschen entspricht der Bestand an Schweinen, Schafen, Ziegen und Rindern. Wildlebende Tiere gibt es zudem ja auch noch.

Unsere modernen sanitären Anlagen, die eine Stuhlkontrolle unmöglich machen, sind möglicherweise der wesentliche Unterschied zu den als durchseucht geltenden Gebieten. Auch wird die Möglichkeit einer Darmparasitose gar nicht erst in Betracht gezogen.


Die wichtigsten Parasiten

Zwei Gruppen der Darmparasiten sind zu unterscheiden:

  • Helminthen (Würmer)
  • Protozoen (Geißeltierchen)

Wobei hier nur auf die jeweils wichtigsten Vertreter eingegangen wird: das sind Taenien (Bandwürmer) und Askariden (Spulwürmer) sowie Amöben und Lamblien.

Helminthen

  1. Ascariden
    Ascaris lumbricoides (Spulwurm des Menschen) steht an erster Stelle. Mit 90% wird die Durchseuchung in tropischen Ländern angegeben.
    Teilweise zu hunderten leben die Spulwürmer im Dünndarm, können aber auch in das Gangsystem von Bauchspeicheldrüse und Galle, ja sogar bis in die inneren Organe vordringen. Um nicht ausgeschieden zu werden, haben sie die Fähigkeit sich mit Hilfe proteolytischer (eiweissauflösender) Fermente an der Darmwand zu verankern.
    Lediglich die im Erdboden jahrelang lebensfähig bleibenden Larven sind infektiös.
    Nicht über 70 Grad erhitzte Fäkalien sind die Infektionsquelle die über den Mund z. B. durch Gemüse und Obst, erdverschmutzte Hände, eventuell auch Trinkwasser in den Körper gelangen. Vögel, Mäuse und Insekten, insbesondere Fliegen gelten als zusätzlicher Verteiler.

  2. Taenien
    Die Bandwürmer sind auch wie die Spulwürmer überall verbreitet. Über Jahrzehnte leben sie im Dünndarm. Täglich scheidet der Endwirt Mensch etwa 6 bis 7 reife Proglottiden (Glieder) aus, die bis zu 100 000 Eiern enthalten und mindestens 6 Monate lebensfähig sind. Auf Autobahnraststätten und Campingplätzen sind Gras und Heu immer verseucht.
    Die Eier entwickeln sich in den Zwischenwirten (Schwein, Fisch, Rind) zu Larven und dringen dann in verschiedene Organe oder in die Muskulatur ein, wo sie dann zu Finnen heranreifen. Der Mensch ist bei dem in unserer Regionen vorkommenden Hundebandwurm (Echino-coccus) der Zwischenwirt, da er durch das nicht genügend gegarte oder rohe finnenhaltige Fleisch sowie Obst und Gemüse die Eier aufnimmt, wobei hier wiederum Fliegen als Überträger fungieren. Dann kommt es vor allem in der Muskulatur zur Finnenbildung. Auf diese in der Medizin gefürchtete und sehr bekannte Erkrankung wird hier nicht weiter eingegangen.

Protozoen

Nach den Würmern kommen wir nun zu den Geißeltierchen: Amöben und Lamblien.
Gemeinsam haben sie die Vermehrung durch Zweiteilung und sind beide weltweit verbreitet. Darüberhinaus haben sie auch die Fähigkeit, sich jederzeit von der apathogenen in die pathogene, aggressive Form zu wechseln.

  1. Lamblia intestinalis
    Lamblia intestinalisUm eine Infektion auszulösen, genügt bereits eine orale Aufnahme von nur wenigen Zysten. Zu vegetativen Formen entwickeln sie sich innerhalb von 6 bis 15 Tagen und lagern sich dann Rasen mäßig vorwiegend am Dünndarmepithel an. Die daraus entstehenden Folgen sind typischerweise mit Krämpfen verbundene Durchfälle. In ihrer virulenten Form haben Lamblien die Fähigkeit jahrelang zu überleben. Abtöten kann man sie auch nicht durch die Chlorierung des Trinkwassers.
    Symptomlose Zystenträger sind nach neueren Erkenntnissen sehr viel häufiger verbreitet als bisher vermutet. Als Wirte kommen alle Säugetiere, einschließlich der Haustiere in Frage. Als zusätzliche Überträger spielen Fliegen wiederum eine wichtige Rolle. Bei kohlenhydratreicher Kost scheint die Infekt Anfälligkeit grundsätzlich gesteigert zu sein.

  2. Amöben
    AmöbeMit Hilfe proteolytischer Fermente haben sie die Fähigkeit Gewebsläsionen der Darmwand zu erzeugen und die Durchfallserkrankung hervorzurufen. Eine Reihe von Sekundärerkrankungen verursachen sie dank der Möglichkeit ins Gefäßsystem und Lymphsystem und einzudringen. In der Regel hat bei den Sekundärerkrankungen keine Amöbenruhr stattgefunden.
    Amöben können als Allergene unterschiedlichste allergische Erkrankungen auslösen, was so kaum bekannt ist. Die Minutaform der Amöben ist im Gegensatz zur bisher beschriebenen Magnaform ein üblicher Darmparasit, der apathogen ist und sich im Darmlumen aufhält. Die Minutaform kann sich unter bestimmten Bedingungen in die pathogene Magnaform verwandeln, was von entscheidender Bedeutung ist. Mögliche Ursachen hierfür sind: Infektionskrankheiten, immunsupressiv wirkende Medikamente, Störungen der Darmflora und Temperaturen über 25 Grad, wie wir sie im Sommer häufig erleben.
    Im wesentlichen findet die Infektion über den fäkal-oralen Weg, genau so wie bei den Lamblien. Ebenso werden sie durch gechlortes Trinkwasser nicht abgetötet. Auch werden die Zysten durch Insekten, vor allem wieder von Fliegen, verbreitet.

Warum machen Darmparasiten krank?

Würmer können bereits auf mechanischem Wege zu einem Darmverschluss führen. Nahezu unbekannt ist, dass Darmparasiten nicht nur durch ihr artfremdes Eiweiß, sondern vor allem auch durch ihre Ferment, Fäulnisprodukte und Stoffwechselprodukte eine allergotoxische Belastung darstellen. So entstehen dann Diagnosen wie funktionell, psychosomatisch und vegetativ-bedingt.
Bei den Askariden finden wir an anorganischen Bestandteilen einen hohen Gehalt an Phosphorsäure (Phosphat-Kind).
Organischen Bestandteile sind neben flüchtige Ölsäuren und Fettsäuren, Eiweiß, sowie Alkohole, die zentralnervöse Störungen zur Folge haben (kindliche Epilepsien / Krämpfe, bei denen keine Ursache gefunden wird).
Aber auch andere Krankheitserreger wie Salmonellen und Brucellen können von Würmern übertragen oder gespeichert werden, so können sich diese Erreger den Untersuchungen entziehen. Auch die Fähigkeit Viren und Bakterien aufzunehmen, aber nicht verdauen zu können, hat die Minutaform der Amöben. Ob die Amöben zum Agressor werden oder symptomlos toleriert werden, sowie ob die Symbiose in Parasitose umschlägt, entscheidet dann diese bakterielle Endobiose. Dass es Ökosysteme gibt, wie z. B. Abwässer, deren Mikroorganismen aus gleichen Gründen bisher zu maximal 10% identifiziert worden sind, schätzen Mikrobiologen.
Dass es zwischen Amöben und Würmern ganz offensichtlich eine Wechselbeziehung besteht, dazu gibt es Hinweise. So ließ sich beobachten, dass eine ausschließlich amöbenbezogene Behandlung zu einem Askaridenabgang führte, ferner, dass nach Behandlung ausschließlich gegen Askariden der vorher erhobene Amöbenbefund nicht mehr nachweisbar war.
Dass Würmer im Sinne der Extrabiose mit Geißeltierchen dicht besetzt sind ist anzunehmen. Durch Naturwissenschaftler konnte dies an Meereswürmern nachgewiesen werden.

Es gibt also Wechselbeziehungen zwischen Bakterien / Geißeltierchen und wiederum zwischen Geißeltierchen / Würmer.

Laborbefunde

Als zuverlässige Möglichkeit für die Diagnosefindung, selbst bei Berücksichtigung aller Voraussetzungen (wobei die Forderung nach Frischpräparaten eher utopischen Charakter zu haben scheint), ist der Parasitennachweis im Stuhl äußerst schwierig und scheidet daher aus. In der Überzeugung, dass der Darmparasitose heute keine Bedeutung mehr beigemessen wird, dürfte der mögliche Grund sein.
Ohnehin nur in Ausnahmefällen (Leberamöbose) ist der serologische Befund verwertbar. Am ehesten eignet sich die Bestimmung der Antikörperklasse IgE wegen seinem Allergencharakter. Laboruntersuchungen bringen uns, wie Sie aus diesen Ausführungen sehen, heute in diesem Bereich nicht weiter. Dass wir nicht vergessen, dass eine Parasitose vorliegen könnte, ist hier entscheidend.

Mögliche Krankheitsbilder

  1. Darm
    • in allen Variationen vorhandene abdominelle Schmerzen, bis hin zu Koliken ohne oder mit Bezug zur Nahrungsaufnahme
    • Nabelkoliken bei Kinder
    • Reizkolon
    • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Heißhunger,
    • quälende Blähungen, chronischer Durchfall und chronische Verstopfung
    • immer wieder auftretende Darmgeschwüre und Magengeschwüre
    • panische Kollapszustände und Angstzustände
    • nicht zum Erfolg führende Darmsanierungsprogramme
    • therapieresistenter Pilzbefall
  2. Nahrungsmittelallergie, Nahrungsmittelintoleranz
    • es handelt sich um ständig wechselnde oder um spezifische Unverträglichkeiten
    • Die Intoleranz leitet direkt über zur
  3. Dermatologie
    • Akne
    • chronische Ekzeme, auch der Kopfhaut, teilweise mit Haarausfall
    • Neurodermitis Schübe
    • perianaler Juckreiz, bei dem sich eine Pilzbehandlung als erfolglos erweist. In diesem Falle handelt es sich bei der Pilzinfektion um eine Sekundärinfektion.
  4. Neurologie
    • hypermotorisches Syndrom bei Kindern, teilweise mit Tic-Symptomatik
    • Legasthenie
    • Migräne die therapieresistent ist
    • Epilepsieanfälle
    • extreme Gedächtnisstörungen und Konzentrationsstörungen
  5. Gelenkserkrankungen
    • im jugendlichen Alter vorhandene Rheumatoide Arthritis und Wirbelsäulenerkrankungen
    • undefinierte Muskelbeschwerden mit schneller Ermüdbarkeit
  6. Urogenitale Erkrankungen
    • therapieresistente Scheidenentzündungen und chronische Blasenentzündungen mit schwerem Juckreiz und Ausfluss
    • Prostataentzündungen
  7. Blutbildungssystem
    • chronische Leukozytopenie und Leukozytose
    • Anämie ohne nachweisbare Blutungsquelle
  8. Zahnmedizin
    • zum Teil multiple Zahnherde und Parodontose
    • bei langjährigem Bandwurmbefall gehäuftes Auftreten von toten Zähnen
  9. Fieber ungeklärter Ursache
    • in einem regelmäßigen Intervall von Tagen, Wochen bis hin zu drei Monaten auftretend
  10. Psychiatrie
    • vorwiegend im Frühling und im Herbst auftretende Depressionen
    • für Stunden bis Tage anhaltende Depressionen, die von einer Sekunde auf die andere auftreten
    • mit großem Angstgefühl verbundene kindliche Depressionen
    • Schlaflosigkeit die vollmondabhängig und zyklusabhängig ist

Parasitogene Krise

Nahezu ein sicherer Hinweis auf das Vorliegen einer Parasitose sind Anfallsleiden unterschiedlichster Prägung. Auffallend häufig treten diese Anfälle in den frühen Morgenstunden und nachts auf:

  • teilweise mit Erbrechen und Übelkeit verbundene Schmerzattacken im Magen-Darm-Trakt
  • Atemnot
  • Große Unruhe sowie panische Angst
  • Kollapszustände sowie hypotone und hypertone Krisen
  • Frösteln, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Hitzewallungen
  • Augenflimmern, Schwindel
  • Migräneanfälle sowie epileptiforme


Therapiekonzept

In der Regel haben sich für den Taenienbefall das Medikament Yomesan und für den Askaridenbefall das Medikament Vermox bewährt. Diese Mittel wirken ausschließlich durch den direkten Kontakt im Darm wurmtötend, gelangen also nicht in den Stoffwechsel und sind deshalb ohne schädigende Allgemeinwirkung. Im Sinne der parasitogenen Krise können bei schweren Krankheitsfällen allerdings Reaktionen auftreten, die auf den Wurmzerfall zurückzuführen sind.
Durch wurmtötende Mittel lassen sich, wie früher erwähnt, auch häufig der ausschließliche Amöbenbefall und Lamblienbefall behandeln.
Eine regelmäßige Wiederholung der askaridenbezogenen Therapie ist erforderlich, da es in der Regel gegen Darmparasiten keine Immunität gibt. Bis endlich der therapeutisch Erfolg eintritt, müssen Bandwurmkuren nicht selten mehrmals wiederholt werden.
Der Einsatz von Flagyl, das als systemisch wirkendes Medikament Nebenwirkungen haben kann, ist nur bei extrem hartnäckigen Fällen von Amöbenbefall und Lamblienbefall nötig. Eine Kombination mit der Eigenblutbehandlung hat sich immer bewährt.